Was tut man gegen den Weihnachtsblues? Abtauchen. Und genau das mache ich. Seit fünf Jahren erkunde ich zum ersten Mal wieder die faszinierende Unterwasserwelt. Der Dive Instructor frischt mit mir auf dem Boot alle Basics auf: Equipment überprüfen, Handzeichen durchgehen, Messinstrumente checken. Im Wasser lassen wir die restliche Gruppe mit einem weiteren Guide erstmal ziehen und gehen alle Übungen durch, die ich für meine Open Water Diver Lizenz absolvieren musste: Maske unter Wasser reinigen, Atemregler aus dem Mund nehmen und loslassen, gleichmäßig Luft ausatmen, während man den Schlauch mit einer einfachen Handbewegung wieder zu sich holt, einmal Wasser aus dem Mundstück pusten und gleichmäßig weiteratmen. Den Oktopus (den zweiten Atemregler für Notfälle) des Tauchpartners benutzen. Flach auf dem Meeresboden liegen und im Wasser navigieren. Sehr aufregend, das nach so langer Zeit wieder zu trainieren. Aber ich schlage mich gut.

Über bunte Korallenriffe gleiten wir zu zweit durch das Meer. Wir sehen Stechrochen, Moränen, bunte Kaiserfische, Schmetterlingsfische und sogar ein paar Rotfeuerfische, denen man besser nicht zu nahe kommt. In der Tiefe taucht plötzlich ein Schiffswrack direkt vor uns auf. Ziemlich beeindruckend! Hier treffen wir auf unsere Gruppe und setzen den Tauchgang gemeinsam fort. Langsam gewöhne ich mich wieder daran, durch einen Schlauch zu atmen und genieße die unendliche Stille, die mich immer wieder unter Wasser zieht. Ich höre nur meinen eigenen Atem. Alles funktioniert wie in Zeitlupe, die Kraft liegt in der Ruhe. Der Mensch wird zu einem Teil der Unterwasserwelt, zu einem stillen Beobachter, nicht zu ihrem Beherrscher. Ich liebe es, den Fischen zuzusehen. Jede Anemone und jede Koralle hat ihr eigenes kleines System, verschiedene Fischarten tummeln sich rundherum, wie ein Dorfleben unter Wasser. Sie streiten und lieben sich, jagen sich oder helfen sich gegenseitig. Es gibt den Klassenclown, den Grantler und den Dorfschönling. Als wir zwischen den Tauchgängen an Bord entspannen, tauchen plötzlich Delfine neben unserem Boot auf. Zum ersten Mal sehe ich sie in freier Wildbahn! Ein einzigartiger Moment, den ich leider nicht auf Foto festhalten kann, da sie einfach viel zu schnell fröhlich um unser Boot herum springen.

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