Auf Seelensuche

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mein Name ist Isabella, ich bin Schauspielerin, Autorin, Coach, Weltenbummlerin und Familienmensch. Mit allem, was ich tue, möchte ich Menschen berühren und mich berühren lassen. Hier schreibe ich über alles, was mich bewegt – vor allem über das Leben und Reisen mit leichtem Gepäck. Ich freue mich, mit euch auf eine gemeinsame Reise zu gehen!

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Auch nach acht Tagen im Land bekomme ich Kambodscha nicht richtig zu fassen. Siem Reap, meine erste Station, ist hübsch anzusehen. Die nahe gelegenen Tempel von Angkor Wat sind natürlich ein Muss und sehr beeindruckend. Es ist aber auch sehr touristisch. Die Tempel sind voll mit Touristen aus China oder Japan, in Siem Reap feiern junge Amerikaner und Kanadier so exzessiv, dass eine ganze Straße schlicht und ergreifend Pub Street genannt wurde.

Tagsüber klettern die Temperaturen auf 40 Grad und auch wenn ich das schon aus Myanmar gewohnt bin, schrumpft meine Energie auf das Level eines Faultieres. Vier Tage bleibe ich in Siem Reap hängen, das man gut in zwei Tagen sehen kann.

Mein ganz persönliches Highlight, für das ich mich nach Sonnenuntergang aufraffen kann: Der Zirkus, für den benachteiligte kambodschanische Kinder zu Artisten ausgebildet werden. Eine tolle Show mit atemberaubenden Kunststücken auf Seilen, mit Feuer, kopfüber, auf Händen und den Schultern des Akrobaten darunter. Ein Teil des Eintrittsgeldes kommt der Artistenschule zu Gute. Nur eine von vielen tollen sozialen Einrichtungen im ganzen Land.

Nach einer Nacht im Schlafwagenbus, mit einem allzu kuschelbedürftigen Kambodschaner in meiner Schlafkabine, erreiche ich frühmorgens die Küste Kambodschas. Sihanoukville ist ein beliebter Badeort für trinkfreudige Engländer und für mich nur der Zwischenstop zum zehn Kilometer entfernten Otres Beach, einem kleinen Fischerort, der sich bisher vor den Massen versteckt hält. Auch hier gibt es erstaunlich viele Expats, die sich mit liebevollen kleinen Restaurants und Bars am schönen Strand niedergelassen haben.

Leider aber auch einige gescheiterte Existenzen, die sich um zehn Uhr abends volltrunken an den Tresen setzen und das nächste Bier bestellen. Die ausgewanderte Berliner Antifa ruft mir zur Begrüßung entgegen, dass sie die deutsche Flagge noch vor jeder anderen auf dieser Welt verbrennen würden. Ich antworte, dass ich gar nicht aus Deutschland, sondern aus dem Freistaat Bayern komme, grinse und trinke unter der provozierten Schimpftirade auf Bayern schnell mein Bier aus.

Ein Besuch der Insel Koh Rong toppt meine bisherigen Eindrücke leider noch. Morgens um zehn Uhr fallen mir die letzten Pubbesucher in die Arme: Auf Halbmast hängende Augenlider und mehr als nur Alkohol im Blut. Hatte ich eben noch bedauert, die letzte Fullmoon Party auf Koh Rong knapp verpasst zu haben, bin ich angesichts dieser Meute heilfroh. Nichts gegen eine gute Party, aber wenn man den Absprung verpasst, bekommt der Pina Colada irgendwann einen bitteren Beigeschmack.

Diese Art von Tourismus ist von den Inseln Thailands herübergeschwappt und Kambodscha wohl (noch) nicht in der Lage, sich dagegen zu wehren. Leid tun mir vor allem die Kambodschaner, die sich mit diesen verlorenen Seelen herumschlagen müssen. Und irgendwie habe ich die Seele Kambodschas zwischen Bars, Beaches und Sextourismus auch noch nicht gefunden.

Nach einer Nacht auf Koh Rong flüchte ich auf die kleinere Schwesterinsel Koh Rong Samloem, die wirklich wunderschöne Strände hat und sehr viel friedlicher ist. Nach all den schlechten Vibes bin ich aber wohl nicht mehr offen genug für die Schönheit dieser Insel. Meine Seele fühlt sich gerade auch etwas verloren. Es wird Zeit, sich in besseren Gefilden auf Seelensuche zu begeben.

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mein Name ist Isabella, ich bin Schauspielerin, Autorin, Coach, Weltenbummlerin und Familienmensch. Mit allem, was ich tue, möchte ich Menschen berühren und mich berühren lassen. Hier schreibe ich über alles, was mich bewegt – vor allem über das Leben und Reisen mit leichtem Gepäck. Ich freue mich, mit euch auf eine gemeinsame Reise zu gehen!

„Ich heb mein Glas und salutier dir Universum. Dir ist ganz egal, ob und wer ich bin. Du bist ungerecht und deshalb voller Hoffnung. Ich setze alles und warte auf den Wind“
 

– Max Herre, Fremde

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