Biker Diary Part VII

image

Phong Na Nationalpark, Cam Thuy, Hanoi. Und dazwischen stundenlange Fahrten auf leeren Gebirgsstraßen, durch weite Täler, vorbei an grünen Reisfeldern und winzigen Dörfchen. Ich sauge jede Sekunde in mich auf. Bald werde ich Hanoi erreichen und mein Motorradtrip wird zu Ende sein.

Vier Tage bin ich alleine unterwegs. Alleine, aber nicht einsam. Ich bin einfach nur happy mit mir selbst. Halte, wo es mir gefällt und schlafe in kleinen Nhan Ghis, Gästehäusern am Straßenrand, neben Hühnerstall und Motorradwerkstatt. Kindheitserinnerungen werden wach. Manchmal muss man das Menschenrudel verlassen, um sich selbst wieder zu spüren. Bei Sonnenuntergang spaziere ich durchs Dorf und esse Pho, traditionell vietnamesische Nudelsuppe neben alten Männern, die sich die Zeit mit Schach vertreiben.

Leben kann so einfach und gut sein. Wann habe ich in Deutschland das letzte Mal einfach dagesessen und der Sonne beim Untergehen zugesehen? Meine Tage sind gefüllt mit tausend Dingen, die ich glaube tun zu müssen. Ich habe keine Zeit für mein Leben. Was ist Leben? Nichts anderes als das, was im Moment passiert. Nicht unsere Vergangenheit, die längst passiert ist. Nicht unsere Zukunft, die noch gar nicht stattgefunden hat. Die einzige Realität ist das, was genau in diesem Augenblick passiert. Das, was das Auge erblickt.

Am nächsten Morgen steige ich einfach wieder aufs Motorrad und fahre los. Der Wind bläst mir ins Gesicht, während die Sonne langsam ihrem Zenith entgegen wandert. Das ist für mich Freiheit pur. Jede Kurve offenbart ein neues, atemberaubendes Panorama. Ich bin einfach dankbar und glücklich über das, was das Leben mir schenkt. Ein wunderbares Ende meines Vietnam-Roadtrips.

Share on facebook
Facebook
Share on google
Google+
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on pinterest
Pinterest




Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.