Als ich dich das erste Mal sah, fandest du mich heller Aufregung. So groß war meine Freude, dich endlich zu treffen. Mit zitternden Händen strich ich dir das Haar aus dem Gesicht, um in deine strahlenden Augen sehen zu können. Voller Wärme hast du mich angelacht – und ich lachte zurück. Bin in deinem Blick versunken, der mich direkt in dein Herz blicken ließ. So groß und so weit, so tief. Deine Arme legten sich um mich. Du wiegtest mich zärtlich, wie ein Kind in deinem Schoß. Ich habe still gehalten, meine Augen geschlossen. Ehrfürchtig, ein einzelner Atemzug könnte diesen Augenblick für immer Vergangenheit sein lassen. Nur eine Illusion meiner tiefsten Wünsche. Als ich meine Augen wieder aufmachte warst du immer noch da. Du nährtest mich wie eine Mutter, nahmst mich auf in den Kreis deiner Söhne und Töchter. Ich wurde eine von ihnen.

Du hast mir auch deine dunklen Seiten gezeigt, den Schmutz und Dreck deiner vernarbten Seele. Und dafür liebte ich dich umso mehr, denn wer trägt keine Narben auf seiner Seele? Wer ist ohne Fehler und Makel? Wo viel Licht ist, da ist viel Schatten. Ich liebte dein Licht und ich liebte deine Schatten. Dein Licht wurde zu meinem Licht, deine Schatten wurden meine Schatten. Für eine Weile habe ich dein Glück und deinen Schmerz geteilt. Schließlich kam der Tag, als ich aus deinem Schoß krabbeln musste. Es war Zeit, meine Reise fortzusetzen. Ein Teil von mir blieb bei dir. Meine Sehnsucht nach dir ging mit mir. Ich werde dich wiedersehen eines Tages, mein geliebtes Myanmar!

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